Schließen

Frühstück, Johannes 21 und wie die beiden zusammenhängen

-

Was hat mein Frühstück mit Johannes 21 zu tun? Das zeigt uns Edwin Rosado, der übrigens auch einer von zwei Hauptsprechern auf dem nächsten Kongress sein wird ...

Frühstück, die Mahlzeit, die wir wie ein Fürst einnehmen sollten. Kein Wunder, zeigen doch viele Studien eine Verbindung zwischen einen gesunden Frühstück und guter Gesundheit – dazu gehören ein besseres Gedächtnis, bessere Konzentration, niedrigeren Cholesterien-Spiegel und niedrigere Wahrscheinlichkeit eines Auftretens von Diabetes, Herzkrankheiten oder Übergewicht. Ein gesundes Frühstück ist sogar so wichtig, dass ich vor einigen Jahren bei einer Gesundheitsumfrage gefragt wurde, wie oft ich in einer Woche das Frühstück ausfallen lasse (nie – ich liebe Frühstück!) und woraus mein Frühstück besteht (ich liebe Dich Müsli!). Fragt sich nur: Wenn das Frühstück so wichtig ist, warum verpassen dann so viele?

Was auch der Grund für das Frühstück-Schwänzen sein mag – selbst die Bibel weiß um die Wichtigkeit der ersten Mahlzeit am Tag. Vor Kurzem studierten wir in einer kleinen Gruppe Johannes 21 und war einfach überwältigt von Jesu praktischer Seite in seiner Beziehung zu den Jüngern. Johannes 21 ist ein meisterlich geschriebenes Kapitel voll von Anspielungen auf das Evangelium, die beim Lesen viel Freude machen. Zum Beispiel sagt die Bibel in Johannes 21, dass Petrus, der Sohn des Zebedäus, und einige andere Jünger auf den See hinausfuhren, um zu fischen. Sie arbeiten die ganze Nacht hart, aber ohne Erfolg. Dann erscheint ein mysteriöser Fremder und sagt ihnen, sie sollen das Netz auf der anderen Seite des Bootes auswerfen. Für professionelle Fischer musste das wie ein lächerlicher Vorschlag klingen. Als ob die Fische so schlau wären, dass sie absichtlich immer auf die gerade andere Seite schimmen würden, dort, wo das Netz gerade nicht ist. Sie entscheiden sich trotzdem, das Netz, wie vom mysteriösen Fremden vorgeschlagen, auf der anderen Seite auszuwerfen. Die Netze, so erzählt es uns die Bibel, waren bei diesem Versuch so voll, dass die Jünger sie nicht ins Boot holen konnten.

Nach einer langen Nacht der Arbeit ohne Essen und ohne Fang (siehe Vers 5), mussten die Jünger sehr müde und hungrig sein. Und als sie dann am Ufer ankamen, waren sie wahrscheinlich überwältigt ihren auferstandenen Meister am Strand mit, so stelle ich es mir vor, mit einem breiten Grinsen auf den Lippen zu sehen. Was für ein Wiedersehen! Aber Gott kümmerte sich nicht nur um ihre geistlichen Bedürfnisse (siehe das restliche Kapitel 21), sondern sorgte sich auch um ihre körperlichen Bedürfnisse und hatte schon ein Frühstück aus Brot und Fischen für sie vorbereitet.

Durch das ganze Kapitel kann man spüren, dass Jesus hier eine große geistliche Arbeit im Leben des Petrus und der anderen Jünger tun wird. Und bis heute ist uns das ein Beispiel dafür, wie Nachfolger wieder zurück finden. Aber bei all diesen wichtigen Aufgaben, nimmt sich Jesus trotzdem auch Zeit für all Bedürfnisse der Jünger – also auch für das Frühstück!

Und auch mehr als 2000 Jahre später, ist Gott ein gesundes Frühstück immer noch wichtig. Als ich noch studierte, war ich mit meiner Arbeit gerade um 7 Uhr morgens fertig geworden und beeilte mich, um noch rechtzeitig zum Unterricht zu kommen. Ich hatte keine Zeit mehr für Frühstück, also schnappte ich mir schnell eine Gauve, ein Messer und war schon fast aus der Tür (ist ja eine Frucht, also irgendwo gesund, oder?). Doch kurz vor der Tür hielt ich nochmal kurz an. Ich weiß nicht warum, aber ich fühlte mich als sollte statt des Messers einen Löffel mitnehmen. „Nein“, dachte ich mir selbst, „ich brauche doch keinen Löffel, ein Messer reicht“. Ich wollte schon gehen, da kam mir nochmal der gleiche Eindruck. Diesmal stärker: „Du brauchst einen Löffel“. „Ist doch verrückt“, dachte ich mir, „aber okay, dann nehme ich halt einen Löffel mit“.

Ich habe einen guten Freund aus Brasilien, der damals immer neben mir saß. Beim Reinkommen sagte ich „Hallo“, er sah mich an mit einem niedergeschlagenen Blick und fragte mich: „Du hast nicht zufällig einen Löffel dabei, oder?“ Zuerst wollte ich „nein“ sagen (ehrlich, wer nimmt schon einen Löffel zum Unterricht mit?), aber stattdessen fragte ich, warum er einen Löffel brachte. Er erzählte, dass seine Frau sein Lieblingsfrühstück gemacht hatte, er aber keinen Löffel mitgenommen habe. Und zu allem Überfluss hatte er den ganzen Tag Unterricht und konnte nicht zurück, um einen Löffel zu holen. So würde das Essen bis zum Abend schlecht werden. Nur Augenblicke bevor ich gekommen war, hatte er zu Gott gebetet, dass er ihm doch einen Löffel schenken sollte. Dann sagte ich mit einem großen Grinsen auf meinem Gesicht: „ähm, ich habe wirklich einen Löffel dabei!“ Während er sein Frühstück und ich meine Guave aß, saßen wir beisammen und waren erstaunt über Gottes Güte – wie er für uns sorgt, wie viel Kraft doch das Gebet hat und wie er uns seine Liebe zeigt. Manchmal durch so einfache Dinge wie ein gutes Frühstück.

Geschrieben von Edwin am Sonntag, 14 Januar 2018.
Geposted in Weblog , YiMC 2018